Eine Kooperation des Instituts für Schweizerische Reformationsgeschichte mit dem Fachgebiet Kirchengeschichte des Fachbereichs Evangelische Theologie der Philipps-Universität Marburg.
Franz Lambert von Avignon ist eine ungewöhnliche Gestalt: Ursprünglich französischer Minorit und päpstlicher Prediger, schliesst er sich 1522 auf einer Reise durch die Schweiz in Zürich der Reformation an, hat danach jeweils für kurze Zeit Stellen in Wittenberg, Metz und Strasbourg, bevor er 1526 nach Hessen berufen wird, wo er bis zu seinem Tod 1530 an der neu gegründeten Universität Marburg lehrt. Lambert gilt als eine der wichtigsten Gestalten der frühen hessischen Reformation, als ein ausserordentlich emsiger reformatorischer Publizist vor allem auf dem Feld der Bibelauslegung – er hat etwa den allerersten Kommentar zur Johannesapokalypse der Reformationszeit veröffentlicht - aber auch als ein persönlich herausfordernder Charakter. Vor allem aber ist Lambert ein besonders gutes Beispiel, um den grenzüberschreitenden, europäischen Charakter der Reformation zu studieren - und die wichtige Rolle, welche die Schweiz in diesem Geschehen spielte. Dennoch ist Lambert wenig erforscht.
Die Tagung versammelt führende Reformationsforschende aus Frankreich, Grossbritannien, Deutschland und der Schweiz, um die schillernde Gestalt Lamberts zu beleuchten. Sein Leben und Werk sollen untersucht und vorgestellt werden, und so die europäische Vernetzung der Reformation und die Rolle der Schweiz dabei paradigmatisch verdeutlicht werden.